Ratgeber · 6 Min. Lesezeit
Was wird aus 10 Euro im Monat? Rechenbeispiele bis 18 und bis 65
1.440 Euro zahlt der Staat maximal ein. Mit Zinseszins werden daraus bis 18 rund 2.000 Euro – und bis 65 ein fünfstelliger Betrag. Die Rechnung, die Annahmen und die Grenzen.
Von Sandro Günther · veröffentlicht 14.9.2026 · zuletzt geprüft 14.9.2026 · Grundlage: Regierungsentwurf, noch nicht beschlossen
120 Euro im Jahr klingen nach wenig. Der Entwurf setzt aber nicht auf die Summe, sondern auf die Zeit: zwölf Jahre Einzahlung, dann bis zu 47 Jahre Wachstum ohne weitere Beiträge. Hier die Rechnung mit offenen Annahmen – und der Rechner, mit dem Sie eigene Werte ausprobieren können.
Beispiel 1: Nur die 10 Euro vom Staat
Ein Kind des Jahrgangs 2020, Einzahlung von 2026 bis zum 18. Geburtstag, angelegt in einen weltweiten Aktien-ETF mit angenommenen 6 % Rendite pro Jahr und 0,3 % Kosten:
| Zeitpunkt | eingezahlt | Depotwert (Modell) |
|---|---|---|
| mit 18 | 1.440 € | rund 2.060 € |
| mit 30 | 1.440 € | rund 4.100 € |
| mit 50 | 1.440 € | rund 12.700 € |
| mit 65 | 1.440 € | rund 30.000 € |
Das ist der Grundgedanke des Gesetzes: Aus 1.440 Euro Staatsgeld können bis zum Rentenalter rund 30.000 Euro werden – bei 6 % Rendite. Bei 4 % sind es etwa 10.000 Euro, bei 8 % rund 87.000 Euro. Die Spanne zeigt, wie stark das Ergebnis an der Rendite hängt.
Beispiel 2: 10 Euro vom Staat plus 25 Euro von den Eltern
Mit einem eigenen Sparplan von 25 Euro im Monat (300 Euro im Jahr) unter denselben Annahmen:
| Zeitpunkt | eingezahlt | Depotwert (Modell) |
|---|---|---|
| mit 18 | 5.040 € | rund 7.200 € |
| mit 65 | 5.040 € | rund 104.000 € |
Beispiel 3: 100 Euro im Monat
Wer 100 Euro monatlich dazulegt, kommt bis 18 auf rund 22.700 Euro und bis 65 – unangetastet – auf rund 330.000 Euro. Solche Zahlen sind keine Prognose, sondern zeigen die Mechanik: Jeder früh eingezahlte Euro arbeitet fast fünf Jahrzehnte.
Die Annahmen – und warum sie wichtig sind
- Rendite: Weltweite Aktienindizes lieferten über lange Zeiträume etwa 6–8 % pro Jahr vor Kosten und Inflation. Einzelne Jahrzehnte lagen deutlich darunter. Der Rechner lässt 2–9 % zu.
- Kosten: Der Entwurf verbietet Abschluss- und Vertriebskosten bis 18 (§ 3 Abs. 2). Laufende Fondskosten und Depotgebühren bleiben möglich – 0,3 % sind für ETF-Produkte realistisch, teure Fonds können über 1,5 % liegen und halbieren das Ergebnis bis 65.
- Steuern: Erträge bleiben laut Entwurf bis zur Auszahlungsphase steuerfrei; die Auszahlung im Alter wird nachgelagert besteuert. Unsere Tabellen zeigen Bruttowerte.
- Inflation: 30.000 Euro in 47 Jahren haben bei 2 % Inflation die Kaufkraft von heute etwa 11.800 Euro. Das relativiert, ersetzt aber nicht den Effekt.
Was der Rechner nicht kann
Er kennt die Anbieterkonditionen nicht, weil es sie noch nicht gibt. Er rechnet mit gleichmäßiger Rendite, obwohl Märkte schwanken. Und er unterstellt, dass niemand das Depot mit 18 anfasst – was das Gesetz für das geförderte Kapital ohnehin ausschließt, für eigene Einzahlungen aber nur eingeschränkt.
Kurz gefragt
- Wie viel Geld zahlt der Staat insgesamt?
- Höchstens 1.440 Euro pro Kind: 10 Euro im Monat über maximal zwölf Jahre vom 6. bis zum 18. Geburtstag.
- Wie viel wird daraus bis zur Rente?
- Bei 6 % Rendite und 0,3 % Kosten im Modell rund 30.000 Euro mit 65 – ohne eigene Zuzahlungen. Bei 4 % etwa 10.000 Euro, bei 8 % rund 87.000 Euro.
Quellen
Dieser Artikel gibt den Stand des Gesetzentwurfs wieder und ist keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Paragraphen beziehen sich auf das Frühstartrentengesetz in der Fassung des Regierungsentwurfs.
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