Frühstartrente-Ratgeber

Geld für Enkel anlegen: Welcher Weg passt?

Großeltern haben drei Möglichkeiten: ein Depot auf den Namen des Enkels (die Eltern verwalten es), dasselbe mit Ausschluss der Eltern (§ 1638 BGB) oder ein eigenes Depot, das sie später übertragen. Die Wege unterscheiden sich bei Steuer, Kontrolle und dem, was im Pflegefall passiert. Der Rechner zeigt alle drei nebeneinander.

Depot auf den Namen des Enkels – passt zu Ihren Wünschen

26.328 €

Steuer bis 18: 0 € (Freibeträge des Kindes)

Eltern verwalten das Depot

Einzahlung 2026 sicher vor Rückforderung ab 2036

Wie links, Eltern ausgeschlossen (§ 1638 BGB)

26.328 €

Steuer bis 18: 0 €

Verwaltung durch einen Pfleger statt der Eltern

schriftliche Bestimmung bei jeder Schenkung

Eigenes Depot der Großeltern

25.496 €

laufende Steuer: 833 €

Großeltern behalten volle Kontrolle

Geld zählt im Pflegefall weiter als ihr Vermögen

Eingezahlt: 14.000 € · Wertzuwachs bis zum 18. Geburtstag: 12.328 €

Modellrechnung: thesaurierender Aktien-ETF, monatliche Einzahlung, Vorabpauschale mit Basiszins 3,20 % (2026) und 30 % Teilfreistellung, Abgeltungsteuer 26,375 % ohne Kirchensteuer. Kursgewinne werden erst beim Verkauf besteuert und sind hier nicht enthalten. Stand Oktober 2026. Keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung.

Kinderdepots, in die Großeltern direkt einzahlen können

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Eröffnen müssen die Eltern. Danach zahlen Großeltern als Sparpate oder per Dauerauftrag ein.

Trade Republic

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Die drei Wege im Vergleich

Depot des EnkelsEnkel-Depot, Eltern ausgeschlossenDepot der Großeltern
Wem gehört das Geld?dem Enkeldem Enkelden Großeltern
Wer verwaltet bis 18?die Elternein Pfleger (§ 1809 BGB)die Großeltern
Steuer auf Erträgemeist 0 €meist 0 €Abgeltungsteuer über 1.000 €
Pflegefall der Großelternnach 10 Jahren sichernach 10 Jahren sicherzählt voll als ihr Vermögen
Ab 18Enkel verfügt freiEnkel verfügt freiGroßeltern entscheiden

Häufige Fragen

Können Großeltern selbst ein Depot für den Enkel eröffnen?

In der Regel nicht. Ein Kinderdepot eröffnen die gesetzlichen Vertreter, also die Eltern (§ 1629 BGB). Großeltern zahlen ein: als „Sparpate“ bei Trade Republic oder Scalable Capital, per Überweisung oder Dauerauftrag bei Consorsbank und anderen Banken. Wer selbst bestimmen will, eröffnet ein Depot auf den eigenen Namen.

Wie lege ich Geld für den Enkel an, ohne dass die Eltern darauf zugreifen?

Zwei Wege: (1) Bei der Schenkung schriftlich bestimmen, dass die Eltern das Geld nicht verwalten dürfen (§ 1638 BGB). Dann verwaltet ein vom Familiengericht bestellter Pfleger (§ 1809 BGB). (2) Das Depot auf den eigenen Namen führen und erst später übertragen, etwa mit einem Vertrag zugunsten des Enkels auf den Todesfall (§§ 328, 331 BGB). Mit dem 18. Geburtstag verfügt der Enkel in beiden Fällen frei über alles, was ihm gehört.

Wie viel dürfen Großeltern dem Enkel steuerfrei schenken?

200.000 € je Großelternteil innerhalb von zehn Jahren, beide Großeltern zusammen also 400.000 €. Ist der Elternteil des Enkels verstorben, sind es 400.000 € je Großelternteil (§ 16 ErbStG). Schenkungen derselben Person innerhalb von zehn Jahren werden zusammengerechnet (§ 14 ErbStG). Übliche Gelegenheitsgeschenke zu Geburtstag oder Weihnachten bleiben steuerfrei (§ 13 Abs. 1 Nr. 14 ErbStG).

Muss ich die Schenkung an den Enkel dem Finanzamt melden?

Ja, grundsätzlich innerhalb von drei Monaten, schriftlich und formlos (§ 30 ErbStG) – auch wenn keine Steuer anfällt. Ausgenommen sind übliche Gelegenheitsgeschenke.

Kann das Sozialamt das Geld zurückholen, wenn Oma ins Pflegeheim muss?

Ja, wenn die Großeltern ihren Unterhalt nicht mehr bestreiten können: Sie dürfen die Schenkung zurückfordern (§ 528 BGB), das Sozialamt kann diesen Anspruch auf sich überleiten (§ 93 SGB XII). Ausgeschlossen ist das, wenn seit der Schenkung zehn Jahre vergangen sind (§ 529 BGB). Die Frist läuft für jede Einzahlung einzeln. Geld im eigenen Depot der Großeltern ist gar nicht geschützt – es ist ihr Vermögen.

Wer zahlt Steuer auf die Erträge?

Der Depotinhaber. Im Depot des Enkels nutzt das Kind seinen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € und mit NV-Bescheinigung den Grundfreibetrag (2026: 12.348 €) – bis 18 fällt so praktisch nie Steuer an. Im Depot der Großeltern zählen die Erträge zu ihren eigenen; ist ihr Pauschbetrag schon ausgeschöpft, kostet das jedes Jahr Abgeltungsteuer.

Dürfen Großeltern in die Frühstart-Rente einzahlen?

Laut Gesetzentwurf ja: Dritte wie Großeltern dürfen bis zu 6.840 € im Jahr privat einzahlen, das Geld ist dann aber bis 65 gebunden (BMF-FAQ, Stand 14.08.2026). Das Gesetz ist noch nicht beschlossen.

So ist gerechnet

Mehr dazu: Kinderdepot und Steuern · Kinderdepot eröffnen · Frühstartrente-Rechner

Allgemeine Information, keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Für einen Ausschluss der Eltern nach § 1638 BGB oder größere Beträge Notar oder Steuerberatung einbeziehen.